Tuma sa feesa Freunde! Heute habe ich die Antworten von Stefan Hensch für euch dabei. Aber das wisst ihr schon, ihr habt ja die Überschrift gelesen 😉

Stefan Hensch, mit Kaffee. Was sonst 😉

Stefan Hensch (*1970) wohnt im Rheinland und schreibt seit seinem 10. Lebensjahr. Seine erste veröffentlichte Kurzgeschichte war „Das Tagebuch des Franz Dreesen“.

Viel mehr Infos hat das MADDRAXIKON an Infos zu Stefan nicht, nun wer hier etwas interessantes und erwähnenswertes liest, darf den Artikel gerne anpassen. Ihr könnt euch auch noch etwas auf Stefans Blog umsehen oder ihm bei Facebook folgen oder bei Twitter. Oder gleich überall – frisst ja kein Brot 😉


Frage 1: Wie bist du dazu gekommen, für Maddrax zu schreiben?

Stefan Hensch: Ich wollte (mal wieder) meine VHS-Leih-Videos zurückbringen, als auf der Straße ein schwarzer Van neben mir gehalten hat. Die Seitentür wurde aufgerissen und man zog mich brutal ins Innere, wo mir ein Sack über den Kopf gestülpt wurde. Als ich wieder zu mir kam, fand ich mich im Keller von Lübbe in Köln wieder. Da war dieser Kerl, der sich selbst höhnisch lachend Mad Mike nannte und er hielt ein Schweißgerät in den Händen. Er hat mir dann ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte…
Die offizielle Variante lautet aber, dass ich mich an die Redaktion gewandt und nachgefragt habe, ob ich nicht einen Gastroman schreiben darf. Auf den Gastroman folgten weitere, da mir das Umfeld und die Serie sehr gut gefallen haben.

Frage 2: Hast du ein spezielles Schreib-Ritual? Brauchst du einen ganz bestimmten Tee/Kaffee/Snack, um anzufangen?

Stefan Hensch: Kaffee, Kaffee und Kaffee (Guten Espresso, oder eine südamerikanische Röstung für normalen Kaffee). Die Ruhe der Nacht ist der zweite Punkt. Wenn es ruhig wird, hat das eine ganz besondere Wirkung, die mich entspannt und zugleich inspiriert. Wenn ich müde bin, höre ich entweder laute Rockmusik (z.B. Metallica) oder Filmmusik, manchmal auch Techno.

Frage 3: Auf welchen deiner MX-Romane bist du besonders stolz und warum?

Stefan Hensch: Ganz klar: Immer auf meinen Nächsten! Etwas ganz Besonderes war natürlich mein erster MX 521 Kurs ins Verderben. Das hat mit dem Zyklus zu tun (dazu später mehr), aber eben auch weil es die Premiere war. Grundsätzlich mag ich jeden Roman, da in jedem ein Stück von mir steckt. Aber ja, ich habe auch ein „Lieblingskind“ und das ist Band 568 Das Dunkle Herz. Das hat mit der düsteren Stimmung und dem fast schon lovecraftschen Ambiente zu tun. Grundsätzlich liebe ich klassische Horrorsettings, das ist eigentlich eines meiner Themen. Aus irgendeinem Grund bin ich wesentlich mehr im Bereich Science Fiction unterwegs, was aber nie eine bewusste Entscheidung gewesen ist.

Frage 4: Welcher der vergangenen MX-Zyklen hat dir am meisten Spaß gemacht?

Stefan Hensch: Hier möchte ich zwischen Autor und Leser trennen. Als Leser haben mir gerade die ersten Zyklen unglaublich gut gefallen, als es eine neue Welt zu entdecken galt. Dennoch hatte auch jeder andere Zyklus seinen Reiz. So z.B. exemplarisch der Archivar-Zyklus mit seinem widerlichen Gegenspieler Samugaar. Als Autor habe ich bis jetzt „nur“ an zwei Zyklen (Parallelwelten und Weltenriss) mitgeschrieben. Wenn ich ganz, ganz, ganz ehrlich bin, war der Parallelwelt-Zyklus bisher mein absolut liebster und auch ein Grund, weshalb ich bei Maddrax mitmachen wollte. Die kreativen Möglichkeiten waren nahezu unbegrenzt, obwohl es auch eine Rahmenhandlung gab. Grundsätzlich mag ich es auch als Leser, wenn ich nicht zwingend jedes Heft lesen „muss“ (obwohl ich es dennoch meist mache). Das ist aber eine Geschmacksfrage. Aus dem gleichen Grund mag ich persönlich auch grundsätzlich keine Mehrteiler (als Leser). Als Autor sehe ich das natürlich anders, da ich wesentlich mehr Handlungsspielraum zur Verfügung habe.

Frage 5: Hast du eine Lieblingsfigur im Maddraxiversum?

Stefan Hensch: Natürlich liegen mir die Hauptfiguren sehr am Herzen: Egal ob Matt, Aruula, Quart’ol, Grao, Ira oder Rulfan. Es gibt aber noch eine andere Figur, die mich wirklich fasziniert: Aran Kormak in seiner Vielschichtigkeit. Ohne funktionierende Bösewichte gibt es keine Geschichten. An anderer Stelle habe ich gesagt, dass ich Shadar ebenfalls sehr gerne mag. „Sympathy for the Devil“, wie die Rolling Stones singen. In diese Kategorie fällt natürlich auch Umbusi, mit dem ich den armen Victorius fast in den Wahnsinn treiben durfte.

Aran Kormak, mehr als ein Bösewicht?

Frage 6: Hast du schon mal in einem MX-Roman einen Menschen aus Deinem näheren Umfeld eingebaut und wenn ja, wen?

Stefan Hensch: Keine ganzen Personen oder Charaktere, eher Teilaspekte. Ich glaube, das passiert ständig, mehrheitlich aber unbewusst.

Frage 7: Wie nutzt du das Maddraxikon zur Recherche für neue Romane?

Stefan Hensch: Sehr häufig und ich bin wirklich dankbar für die tollen Artikel, Karten und Personenbeschreibungen. Mir war Pilatre z.B. nicht mehr sooo plastisch im Gedächtnis geblieben. Da hat mir das Nachschlagewerk sehr geholfen.

Frage 8: Hörst du die neuen MX-Hörbücher aus Fanproduktion?

Stefan Hensch: Bisher noch nicht, aber ich werde es tun. Ich bin ja „Kassettenkind“ und liebe Hörspiele. Ich freue mich darauf, nochmal in den Anfang einzusteigen. Das ist ja auch eine tolle Möglichkeit, da die frühen Romane leider nur antiquarisch erhältlich sind.

Frage 9: Hast du in einem deiner Manuskripte schon mal eine Figur sterben lassen, deren Tod dann von Mad Mike gestrichen wurde?

Stefan Hensch: Nein, das ist durch die Arbeitsweise mit einem Expose auch so gut wie ausgeschlossen. Ich würde aber gerne;-) Smythe gehört zwar zur Folklore, aber ich mag die Figur nicht mehr. Einmal habe ich ihn erledigt (MX 535). Ich würde es gerne wieder machen…

Frage 10: Wann hast du zum ersten Mal auf die Frage: „Und was machst du so?“ mit „Ich bin Autor:in“ geantwortet?

Stefan Hensch: Das war im privaten Umfeld. Irgendwie scheint es völlig revolutionär zu sein, wenn Partner nicht zur gleichen Zeit ins Bett gehen… Ich wurde dann vorwurfsvoll von einer Freundin meiner Frau gefragt: „Was machst Du denn nachts allein?!“ Mir lag eine ironische Antwort auf der Zunge, mit der die Gute sicher überfordert gewesen wäre. Deshalb sagte ich: „Ich bin Autor und schreibe Geschichten.“ Okay, ihrem Gesichtsausdruck nach konnte sie mit der Antwort auch nichts anfangen. Es ist halt so, ich brauche ein gewisses Maß an „Alleinsein“, sonst kann ich nicht kreativ sein.

Frage 11: Was ist für dich das Besondere an der Serie Maddrax?

Stefan Hensch: Ich entspreche wohl in einigen Punkten dem absoluten Stereotypen eines Autor… Mein Leben ist nicht unbedingt linear verlaufen, sondern eher unkonventionell. Maddrax Band 1 erschien zu einer Zeit in meinem Leben, die man wohl ganz gut mit „Chaos“ bezeichnen könnte. Die Serie hat mich dann durch die Episoden meines Lebens begleitet und sie gehört deshalb irgendwie zu mir. Das als Disclaimer. Maddrax selbst ist ein ganz einmaliger Genremix, den es so kein zweites Mal gibt: Science Fiction, Fantasy, Grusel, Abenteuer. Außerdem gibt es auch Versatzstücke aus dem Western. Jeder Autor hat die Möglichkeit, sich ganz individuell in die Serie einzubringen. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Außerdem muss man natürlich Mad Mike erwähnen, der mit seiner Expertise und unzähligen Litern von Herzblut für die Serie einsteht. Diese Art von Engagement ist… sicher nicht alltäglich!


Übrigens erscheint am 14.04.22 der nächste MADDRAX Band 580 „Titel“ von Stefan Hensch. Wer zur Einstimmung schon mal eine Vorschau hören will, sollte in den PODDRAX 18 von letzter Woche reinhören!

In dieser Serie sind bisher Antworten von folgenden Autoren erschienen:
Michael Schönenbröcher
Michael Markus Thurner
Oliver Müller
Uschi Zietsch

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