Tuma sa feesa Freunde! Heute habe ich die Antworten von Simon Borner a.k.a. Christian Humberg für euch dabei. Übrigens war Christian auch im PODDRAX 18 dabei. Dort hat er mir ein paar andere Fragen beantwortet und ganz viel Vorfreude auf das kommende Jahr gemacht, denn dieses Jahr werden wir ganz viele Geschichten von ihm serviert bekommen.

Ob Christian sich hier ein neues Gleiter-design überlegt?

Bestsellerautor Christian Humberg arbeitet seit Ende der Neunziger als freier Autor von Romanen, Comics, Sachbüchern und Theaterstücken für Kinder und Erwachsene sowie als Literaturübersetzer und Lektor. Dabei unternimmt der studierte Buchwissenschaftler und gelernte Journalist immer wieder Ausflüge in popkulturelle Welten. So schreibt er exklusiv in Hollywoods Auftrag Comicabenteuer für die jungen Helden aus „Drachenzähmen leicht gemacht“ und „Hotel Transsilvanien“, verfasst international gefeierte Romane aus dem „Star Trek“-Universum und spannende Abenteuer mit Perry Rhodan. Er übersetzt die Reisen des Raumschiffs Enterprise ins Deutsche und lektorierte bereits einen gewissen Doctor Who. (Quelle)

Christian Humberg informiert sowohl auf seiner Website als auch bei Facebook, Twitter und Instagram regelmäßig über seine eigenen Neuerscheinungen aber auch vieles anderes. Übrigens hat er auch einen YouTube Kanal auf dem hoffentlich bald auch mehr MADDRAX gelesen wird.


Frage 1: Wie bist du dazu gekommen, für Maddrax zu schreiben?

Christian Humberg: Ich bin seit Jugendzeiten ein begeisterter Leser von Heftromanen aller Art (zu meinen Lesefavoriten zählen zum Beispiel solche Klassiker wie DER HEXER, VAMPIRA und DIE ABENTEURER, die ich komplett und zum Teil schon mehrfach genossen habe), und ich hatte schon immer große Lust, mich ebenfalls mal an einem solchen Manuskript zu versuchen. 2008 bekam ich meine Chance, als die damalige Redakteurin Susanne Picard mich einlud, eine Story für PROFESSOR ZAMORRA einzureichen. So entstand mein erster Roman überhaupt, der PZ-Band 885 „Die Kralle des Jaguars“, und noch heute verfasse ich regelmäßig neue Abenteuer für den Meister des Übersinnlichen. Er und seine treue Nicole sind mir richtig ans Herz gewachsen, und ich konnte sie zum vierzigsten Serienjubiläum im Jahr 2014 sogar erstmals in ihrer Geschichte auf die Theaterbühne transportieren. An die Halloween-Vorstellung damals in Mainz, zu der ich das Stück schrieb und nahezu das komplette Autorenteam als Gäste begrüßen durfte, denke ich bis heute gerne zurück.
Nach PZ klopften dann auch andere Reihen bei mir an. Im Laufe der Zeit konnte ich Romane zu STERNENFAUST beisteuern, darunter den Jubiläumsband 100, zu GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR, DAS HAUS ZAMIS und zum guten alten GESPENSTER-KRIMI, der mich ebenfalls schon als Jugendlicher fasziniert hatte. Auch bei PERRY RHODAN NEO sind schon Romane aus meiner Feder erschienen.
MADDRAX war da ein ganz ähnlicher Fall. Als die Reihe startete, war ich Leser der ersten Stunde und erinnere mich noch sehr gut an spannende Romane der Anfangszeit. Die wild anmutende Mischung aus SF und Horror, die MX vom Start weg bot, hatte ich so noch nirgendwo anders erlebt, und sie gefällt mir nach wie vor ausgesprochen gut. Wann immer ich einen Con besuchte, setzte ich mich ins MADDRAX-Panel, unterhielt mich mit Mad Mike Schönenbröcher und seinen Autoren und stellte mir vor, eines Tages auch mal für Matt und Aruula zu schreiben.
Dann kam der große Tag. Mike fragte mich tatsächlich, ob ich mir ein MX-Abenteuer vorstellen konnte. Damit rannte er bei mir altem Fan der Reihe selbstverständlich offene Türen ein, und der Rest ist Geschichte. Inzwischen habe ich sechs Bände zur Serie beigetragen, die aktuell sogar fürs Ausland übersetzt werden. Und ich hoffe natürlich, dass es noch viel mehr werden.

Frage 2: Hast du ein spezielles Schreib-Ritual? Brauchst du einen ganz bestimmten Tee/Kaffee/Snack, um anzufangen?

Christian Humberg: Kaffee brauche ich nicht zum Schreiben, sondern generell zum Leben, hehe. Abgesehen davon bin ich kein allzu ritueller Mensch. Mein Arbeitstag gleicht dem jedes anderen Schreibtisch- und Büroarbeiters: Ich setze mich früh morgens an meine Tastatur des Grauens und kämpfe mit dem Tagespensum. Dabei mag ich es gerne ruhig und ungestört, denn ich brauche einen freien Kopf, um mich auf das Manuskript und seine Fallstricke konzentrieren zu können. Falls nach den täglichen Pflichtseiten dann noch Zeit übrig ist, widme ich mich anderen Aufgaben – beispielsweise einem neuen Artikel für ein Printmagazin oder einem Comicskript für PLAYMOBIL oder WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER. Und danach ist Feierabend, bevor es morgens wieder von vorne losgeht. Ich habe den besten Job der Welt, davon bin ich überzeugt. Dass ich mich 2007 von der Festanstellung als Redakteur verabschiedet und mich stattdessen als Schriftsteller und Literaturübersetzer selbständig gemacht habe, habe ich nie bereut.

Frage 3: Auf welchen deiner MX-Romane bist du besonders stolz und warum?

Christian Humberg: Ich mag alle meine Romane (für MX und überhaupt), denn ich schreibe sie im Grunde immer für mich. Es sind Geschichten, die ich selbst lesen möchte – und es ist immer wieder toll, wenn sie nach Veröffentlichung auch noch viele weitere Freunde finden. Ein ganz besonderes Highlight innerhalb meiner MX-Beiträge ist aber sicher der Roman „Im Maar der Dämonen“, in dem ich meiner Heimat Eifel ein kleines Denkmal setzen und Maddrax und Co. ans Ufer des Laacher Sees einladen konnte. Wer sich für weitere Eifel-Romane aus meiner Feder interessiert, dem sei an dieser Stelle auch meine Jugendbuchreihe SAGENHAFT EIFEL! empfohlen, in der ich die alten Legenden der Region für die Neuzeit aufbereite. Hier sind inzwischen sechs Bände erschienen – übrigens auch als von mir eingelesene Hörbücher auf CD -, und der siebte Band ist in Vorbereitung.

Frage 4: Welcher der vergangenen MX-Zyklen hat dir am meisten Spaß gemacht?

Christian Humberg: Eigentlich immer der aktuelle, weil wir ja gerade an diesem arbeiten. Als reiner Leser fand ich aber natürlich auch schon frühere Zyklen immens spannend.

Frage 5: Hast du eine Lieblingsfigur im Maddraxiversum?

Christian Humberg: Von den beiden Helden Maddrax und Aruula mal abgesehen? Ich mag Rulfan sehr gern – nicht zuletzt, weil er schon aktiv in den Abenteuern war, als ich diese noch als reiner Fan und Leser verfolgt habe. Und ein guter Bösewicht wie Jacob Smythe ist natürlich ebenfalls nicht zu verachten. Und als alter ABENTEUER-Fan kribbelt es mich natürlich jedes Mal in den Fingern, wenn ich den Namen Tom Ericson lese.

Frage 6: Hast du schon mal in einem MX-Roman einen Menschen aus Deinem näheren Umfeld eingebaut und wenn ja, wen?

Christian Humberg: Tatsächlich nicht. Meine Nachbarn und Verwandten würden sich aber bestimmt wundern, wenn ich sie plötzlich gegen wild gewordene Taratzen kämpfen oder zu Marktbeschickern in der Wolkenstadt mutieren ließe. (Hey, das ist gar keine schlechte Idee!) Es kommt aber hin und wieder vor, dass ich Kollegen einen kleinen Gastauftritt gönne. Mein US-amerikanischer Autorenkollege David Mack war so frei, mich vor Jahren als handelnde Figur in einem seiner Star-Trek-Romane zu verewigen. Ich revanchierte mich dann, indem ich Dave in meinem PERRY RHODAN-Roman „Flucht ins Dunkel“ kurz auftreten ließ. Das hat uns beiden großen Spaß gemacht und vielleicht ja auch den ein oder anderen Leser amüsiert.

Frage 7: Wie nutzt du das Maddraxikon zur Recherche für neue Romane?

Christian Humberg: Auf jeden Fall! Ohne das Maddraxikon wären unsere Romane – trotz aller guten Vorsätze – sicher voll mit Detailfehlern. Oder wir Autoren müssten den armen Mike im Halbstundentakt mit Recherchefragen nerven. 🙂

Frage 8: Hörst du die neuen MX-Hörbücher aus Fanproduktion?

Christian Humberg: Bislang leider nein, sie stehen aber auf meiner Liste. Ich bin gespannt! Überhaupt sind derartige Fan-Aktionen absolut toll. Ein aktives Fandom ist für jede Serie Gold wert und verdient volle Unterstützung.

Frage 9: Hast du in einem deiner Manuskripte schon mal eine Figur sterben lassen, deren Tod dann von Mad Mike gestrichen wurde?

Christian Humberg: Das ist tatsächlich noch nie vorgekommen. Wir Autoren erarbeiten ja umfangreiche Exposés, bevor wir mit der Manuskriptarbeit beginnen, und in diese Expo-Phase ist Mike bei MX natürlich eng eingebunden, weil er als einziger den kompletten Serienüberblick hat und weiß, woran die Kolleginnen und Kollegen aktuell parallel arbeiten. Da kommt es eigentlich nie zu derart großen Widersprüchen. (Zumindest meines Wissens.)

Frage 10: Wann hast du zum ersten Mal auf die Frage: „Und was machst du so?“ mit „Ich bin Autor:in“ geantwortet?

Christian Humberg: Den genauen Tag kann ich nicht mehr benennen, aber es war wohl im April 2007. Seit damals bin ich in diesem Beruf – selbständig und ohne Netz und doppelten Boden. Und nach wie vor ausgesprochen gerne! (Die Frage, die traditionell auf die genannte folgt, lautet übrigens: „Und davon kannst du leben?“ Das amüsiert mich dann immer ein wenig, weil die Fragestellenden ihren Bäcker oder Metzger so etwas bestimmt nicht fragen würden. Bei „normalen“ Berufen geht man automatisch davon aus, dass die Betreffenden sie nicht ausüben würden, wenn das Geld nicht stimmt. Nur bei uns „Exoten“ zweifelt man gern einmal. Ich weiß bis heute nicht, warum.)

Frage 11: Was ist für dich das Besondere an der Serie Maddrax?

Christian Humberg: Die Mischung. MX startete als ungewöhnlicher Mix aus SF und Horror, und im Grunde hat sich bis heute nichts daran geändert. Die Welten, die Maddrax und Aruula durchreisen, sind in den vergangenen 22 Jahren vielleicht immer komplexer geworden, aber dadurch auch noch faszinierender. So eine Serie findet man nirgendwo sonst auf dem Markt, und es freut mich sehr, dass sie sich nach wie vor wacker schlägt und halten kann. Das ist sehr verdient, zumal einige meiner liebsten Autorinnen und Autoren an ihr mitwirken und tolle Ideen einbringen, die MX noch immer so frisch halten wie am ersten Tag.


Übrigens wenn du gerne liest was Christian Humberg so schreibt, schau dir dich mal seine Mystery Serie: GOTHAM NOIR an oder (Kinder-)Fantasy: DRACHENGASSE 13. Wer einen Krimi lesen möchte, vor wenigen Wochen erschien bereits der 5 Teil von „Herr Heiland und…

In dieser Serie sind bisher Antworten von folgenden Autoren erschienen:
Michael Schönenbröcher
Michael Markus Thurner
Oliver Müller
Uschi Zietsch
Stefan Hensch
Ian Rolf Hill

selberlesen macht schlau